Neuigkeiten und Informationen zu psychischen
Erkrankungen, aus Psychiatrie und Selbsthilfe
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Seelische Krankheit und
Diabetes
Falsche Ratschläge bei
Depressionen Solche Irrtümer finden sich zumeist bei unerfahrenen Angehörigen, gelegentlich aber auch bei manchem Therapeuten Letzteres ist noch schwerwiegender, denn deren Wort zählt doppelt. Wenn der Therapeut als akzeptierte und wegweisende Autorität etwas empfiehlt oder fordert, das der Betroffene krankheitsbedingt nicht zu leisten vermag, provoziert er damit eventuell Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle und vertieft eine Reihe peinigender Depressio nssymptome.
N achfolgend die wichtigen Fehlerquellen, wie sie immer wieder beschrieben werden:
Es ist falsch, den Depressiven aufzufordern, sich zusammenzureißen, sich nicht gehen zu lassen, sich zu beherrschen, sich durchzubeißen, Haltung zu bewahren, Beispiel zu geben usw. Die meisten Kranken sind ohnehin hoffnungslos, willensgeschwächt, entschlussunfähig, resigniert, gehemmt, ohne Schwung und Initiative. Ein solcher missverstandener Aufruf kann die Verzweiflung des Patienten verstärken und sogar eine Suizidgefahr intensivieren
Es ist falsch, den Depressiven zu Aufheiterungs- oder Zerstreuungsversuchen zu animieren bzw. entsprechende Vorschläge zu machen ("Gönnen Sie sich mal wieder ein Vergnügen ..."). Der Depressive will wohl, er kann aber nicht. Das ist ein großer Unterschied. Demzufolge ist es sinnlos, auf die "schönen Dinge dieser Welt" zu verweisen. Gerade für solche Menschen ist es besonders belastend, wenn sie sich an nichts erfreuen können und dadurch noch Schuldgefühle entwickeln.
Es ist falsch, dem Depressiven einreden zu wollen, "es gehe ihm im Grunde doch gut". Wenn es ihm gut geht, dann ist er nicht mehr depressiv und kann das selber empfinden. Ist er aber noch depressiv, dann erlebt er eine solche Äußerung als schmerzliche Verkennung seines Zustands, als Unverständnis, Misstrauen oder gar Hohn. Ähnliches gilt für die bereits erwähnten oberflächlich wirkenden Versprechungen.
Es ist falsch, Depressive in den Urlaub zu schicken. Auf Grund ihrer psychomotorischen Einengung, ihrer Merk- und Konzentrationsstörungen, Ratlosigkeit, Verunsicherung, Ängstlichkeit, Minderwertigkeitsgefühle, vor allem aber auf Grund des Kontaktverlustes und der damit gegebenen Isolationsgefahr finden sie sich in fremder Umgebung noch weniger zurecht als zu Hause. Meist engen sie sich in ihren Gedanken immer mehr auf ihre depressive Symptomatik ein. Geradezu schmerzlich ist die häufig anzutreffende Freudlosigkeit, durch die der Kranke seinen früheren Ferienhobbys (an der See, in den Bergen, bei kulturellen Veranstaltungen) gleichgültig (Fehleinschätzung: "undankbar"), teilnahmslos, furchtsam oder durch schwere Schuldgefühle gepeinigt gegenübersteht. Auch sind viele Depressive durch die in fremder Umgebung öfter zu erwartenden, neuen bzw. ungewohnten Situationen rasch überfordert und geraten schnell in umschriebene, aber auch diffuse angst-, ja panikartige Reaktionen
Es ist falsch, Patienten mit einer Depression zur Kur zu schicken.
Die Probleme sind dabei im Wesentlichen die gleichen wie in den Ferien.
Auch ist die überwiegende Mehrzahl dieser Häuser weder personell noch
ausbildungsmäßig, noch von ihrem diagnostischen und therapeutischen
Schwerpunkt her auf depressive Patienten vorbereitet. Ein Depressiver,
eventuell noch mit suizidalen Tendenzen, kann deshalb - unabhängig von
seinen eigenen Schwierigkeiten - auch für die dortigen Ärzte, das
Pflege-personal sowie für die Mitpatienten zu einer erheblichen
Belastung werden.
Es ist falsch, mögliche Wahnideen ausreden zu wollen. Dies betrifft vor allem den Krankheitswahn ("Mein Leiden ist unheilbar"), den Verarmungswahn ("mittellos, Schulden, jetzt frisst die Krankheit noch das restliche Vermögen auf ...") oder einen Schuld- und Versündigungswahn ("ein schlechter Mensch, rechtswidrig gehandelt, verdient Strafe"). Nicht nur der schizophrene, auch der depressive Wahn ist mit logischen Argumenten oder Gegenbeweisen nicht zu korrigieren. Lässt man sich auf eine solche nutzlose Auseinandersetzung ein, läuft man nur Gefahr, das Wahnsystem zu vertiefen. Auch kann ein solches "Misstrauen" des Therapeuten das Vertrauensverhältnis gegenüber dem verunsicherten Patienten untergraben, da sich dieser unverstanden, lächerlich gemacht oder gar attackiert sieht
Es ist falsch, während einer Depression wichtige Entscheidungen treffen zu lassen, auch wenn sie vom Kranken oder seiner Umgebung noch so dringend gefordert bzw. von der jeweiligen Situation nahe gelegt werden. Häufig geht es um tief greifende und folgenschwere Entschlüsse (z. B. Ehe, Familie, Beruf, Erbe, Kauf oder Verkauf). Die Erfahrung lehrt aber, dass nach Abklingen der Depression die Mehrzahl der unter Umständen so unüberwindlich drohenden Probleme und Konflikte weitgehend bewältigt werden können, und zwar von einem gesunden Patienten mit seiner gewohnten Konzentrationsfähigkeit, Willens- und Entschlusskraft.
Vor allem ist es in diesem Zusammenhang falsch, während einer Depression irgendeine berufliche Änderung zuzulassen, es sei denn, sie diene dem eindeutigen Vorteil des Betroffenen. Viele (insbesondere endogen) Depressive neigen auf Grund ihrer schmerzlich empfundenen Unfähigkeit und der scheinbar plötzlich erschwerten Lebenssituation dazu, die Schuld an ihrem derzeitigen Zustand einzig und allein bei sich selber zu suchen. Sie glauben, organisch krank zu sein, den Anforderungen ihres Berufes nicht mehr gerecht zu werden, dem Arbeitgeber und den Kollegen zur Last zu fallen und diesem Dilemma nur dadurch entgehen zu können, dass sie sich versetzen oder niedriger einstufen lassen, kündigen oder gar einen Rentenantrag stellen. Hier ist die ruhige und konsequente Haltung des Arztes mindestens so wichtig wie eine erfolgreiche Psycho- und Pharmakotherapi e.Er muss sich schützend vor seinen Patienten stellen und dem Arbeitgeber oder Personalchef unzweideutig klar machen, dass es unredlich ist und am entschiedenen Widerstand des Therapeuten scheitern wird, eine solche Situation auszunutzen. Auch kann der Betrieb nach Abklingen des Leidens nicht nur wieder mit der vollen Arbeitsleistung, sondern auch mit der Dankbarkeit des Betroffenen rechnen, d. h. mit seiner gewohnten Zuverlässigkeit, Motivation und Einsatzfreude. aus: Handbuch für Ärzte: http://www.ifap.de/bda-manuale/depressions/index.html mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung von Dr. Rainer Leonhardt, Produktmanager Medizinische Informationssysteme
AUFRUF "Balsam für die Seele" 2007
1. Februar 2007 bis 28. September 2007
"Balsam für die Seele" ist das Motto für
den ersten Schreib-, Grafik- und Fotowettbewerb der Redaktion
Lichtblick. Das Thema erlaubt vielfältige Möglichkeiten der
Interpretation. Ganz sicher gehört dazu unser aktives Dabeisein, Gutes
und Hilfreiches in unseren Familien und Gemeinschaften mit zu fördern.
Auch wenn unser Befinden und unsere Gesundheit von vielen Faktoren
abhängen, können doch gerade gute zwischenmenschliche Kontakte einiges
in Richtung "Balsam für die Seele" bewirken.
Balsam für die Seele kann auch ein
bewältigter Konflikt oder eine gelungene Aktion sein, ebenso ein
anregendes Gespräch, ein schöner Tanz, ein großartiges Konzert, ein
tolles Sportfest, der Urlaub mit Hund und Familie, ein Regenbogen oder
einfach das Innehalten. Kurz gesagt, ein kleines oder größeres
Ereignis, das Sie begeistert, motiviert oder in wohltuendes Staunen
versetzt hat.
Ziel unseres Wettbewerbes ist es, aufzuspüren, was alles "Balsam für die Seele" sein kann. Außerdem soll die Darstellung verschiedenartiger Möglichkeiten dazu beitragen, den Blick über den Tellerrand sowie den Erfahrungsaustausch zu erleichtern.
Mehr dazu:
Die ersten Nominierungen stehen fest!
Bilder, Gedichte, Texte - siehe hier:
Kinder von
Betroffenen brauchen Ihre Hilfe!
Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
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