Neuigkeiten und Informationen zu psychischen Erkrankungen, aus Psychiatrie und Selbsthilfe
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  1. Seelische Krankheit und Diabetes

  2. Falsche Ratschläge bei Depressionen

  3. AUFRUF "Balsam für die Seele" 2007

  4. Kinder von Betroffenen brauchen Ihre Hilfe!

  5. Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung

 

Seelische Krankheit und Diabetes
Eine erste Recherche ergab bereits, daß kein geringerer als die Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) just diese Frage eigens in ihrer diesjährigen 40. Jahrestagung, die vom 4. bis 7. Mai 2005 im ICC Berlin stattfand, behandelte. Es heißt dort (übernommen von der Webseite diabetes-world.net)

Viele Diabetiker leiden unter Depressionen. Die schwere Gemütsstörung kann dabei Folge der Blutzuckererkrankung sein oder auch deren Ursache. Wie die Erkrankungen Diabetes mellitus und Depression zusammenhängen und welche besonderen Voraussetzungen Therapeuten und Ärzte bei psychiatrischen Erkrankungen von Diabetes-Patienten beachten sollten, war ein Thema der 40. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG), die vom 4. bis 7. Mai 2005 im ICC Berlin stattfand. Ein Auslöser für Depressionen bei Menschen mit Diabetes können die empfundenen Einschränkungen in der Lebensqualität, etwa durch die regelmäßigen Insulin-Injektionen und Blutzucker-Tests, sein. Erkranken die Patienten zusätzlich an Depressionen, hat dies Auswirkungen auf den Verlauf der Diabetes-Therapie: Sie fangen dann an, ihren Blutzucker nicht mehr zu kontrollieren, ihre Medikamente nicht zu nehmen oder Diätregeln zu missachten. Dadurch würden sie die Therapieziele wie einen niedrigen HbA1c-Wert nicht erreichen und häufiger an Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus erkranken. Umgekehrt führt eine Depression bei vielen Menschen zu einem ungesunden Lebensstil mit Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel. Das wiederum erhöht das Risiko, an „Zucker“ zu erkranken.

Das Problem werde von vielen Ärzten nicht erkannt, meint Francesca Regen, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Klinik für Psychiatrie am Campus Benjamin Franklin. Depressive Störungen sollten jedoch konsequent behandelt werden. Bei der Wahl der Medikamente müssten die Ärzte darauf achten, die Mittel zu meiden, die zur Gewichtszunahme und Fettstoffwechselstörungen führen. Denn dies würde wiederum die Behandlung des Blutzuckers erschweren.
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Falsche Ratschläge bei Depressionen
Wichtig ist es, im Umgang mit Depressiven einige immer zu beobachtende Ratschläge zu vermeiden, die zwar gut gemeint. aber gegebenenfalls von ungünstiger bis verheerender Wirkund sind.

Solche Irrtümer finden sich zumeist bei unerfahrenen Angehörigen, gelegentlich aber auch bei manchem Therapeuten

Letzteres ist noch schwerwiegender, denn deren Wort zählt doppelt. Wenn der Therapeut als akzeptierte und wegweisende Autorität etwas empfiehlt oder fordert, das der Betroffene krankheitsbedingt nicht zu leisten vermag, provoziert er damit eventuell Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle und vertieft eine Reihe peinigender Depressionssymptome.

Nachfolgend die wichtigen Fehlerquellen, wie sie immer wieder beschrieben werden:

 

  • Appelle

Es ist falsch, den Depressiven aufzufordern, sich zusammenzureißen, sich nicht gehen zu lassen, sich zu beherrschen, sich durchzubeißen, Haltung zu bewahren, Beispiel zu geben usw. Die meisten Kranken sind ohnehin hoffnungslos, willensgeschwächt, entschlussunfähig, resigniert, gehemmt, ohne Schwung und Initiative. Ein solcher missverstandener Aufruf kann die Verzweiflung des Patienten verstärken und sogar eine Suizidgefahr intensivieren

  • Ablenkung

Es ist falsch, den Depressiven zu Aufheiterungs- oder Zerstreuungsversuchen zu animieren bzw. entsprechende Vorschläge zu machen ("Gönnen Sie sich mal wieder ein Vergnügen ..."). Der Depressive will wohl, er kann aber nicht. Das ist ein großer Unterschied. Demzufolge ist es sinnlos, auf die "schönen Dinge dieser Welt" zu verweisen. Gerade für solche Menschen ist es besonders belastend, wenn sie sich an nichts erfreuen können und dadurch noch Schuldgefühle entwickeln.

  • Überredungsversuche

Es ist falsch, dem Depressiven einreden zu wollen, "es gehe ihm im Grunde doch gut". Wenn es ihm gut geht, dann ist er nicht mehr depressiv und kann das selber empfinden. Ist er aber noch depressiv, dann erlebt er eine solche Äußerung als schmerzliche Verkennung seines Zustands, als Unverständnis, Misstrauen oder gar Hohn. Ähnliches gilt für die bereits erwähnten oberflächlich wirkenden Versprechungen.

  • Urlaub

Es ist falsch, Depressive in den Urlaub zu schicken. Auf Grund ihrer psychomotorischen Einengung, ihrer Merk- und Konzentrationsstörungen, Ratlosigkeit, Verunsicherung, Ängstlichkeit, Minderwertigkeitsgefühle, vor allem aber auf Grund des Kontaktverlustes und der damit gegebenen Isolationsgefahr finden sie sich in fremder Umgebung noch weniger zurecht als zu Hause. Meist engen sie sich in ihren Gedanken immer mehr auf ihre depressive Symptomatik ein. Geradezu schmerzlich ist die häufig anzutreffende Freudlosigkeit, durch die der Kranke seinen früheren Ferienhobbys (an der See, in den Bergen, bei kulturellen Veranstaltungen) gleichgültig (Fehleinschätzung: "undankbar"), teilnahmslos, furchtsam oder durch schwere Schuldgefühle gepeinigt gegenübersteht. Auch sind viele Depressive durch die in fremder Umgebung öfter zu erwartenden, neuen bzw. ungewohnten Situationen rasch überfordert und geraten schnell in umschriebene, aber auch diffuse angst-, ja panikartige Reaktionen

  • Kuraufenthalt

Es ist falsch, Patienten mit einer Depression zur Kur zu schicken. Die Probleme sind dabei im Wesentlichen die gleichen wie in den Ferien. Auch ist die überwiegende Mehrzahl dieser Häuser weder personell noch ausbildungsmäßig, noch von ihrem diagnostischen und therapeutischen Schwerpunkt her auf depressive Patienten vorbereitet. Ein Depressiver, eventuell noch mit suizidalen Tendenzen, kann deshalb - unabhängig von seinen eigenen Schwierigkeiten - auch für die dortigen Ärzte, das Pflege-personal sowie für die Mitpatienten zu einer erheblichen Belastung werden.
Allerdings kann unter günstigen familiären, medikamentösen, ärztlichen und psychosozialen Voraussetzungen sowie bei manchen depressiven Zuständen (z. B. Erschöpfungsdepression) ein gut durchorganisierter Urlaub oder eine Kur in einem entsprechend ausgestatteten Haus auch erfolgreich sein. Dies setzt allerdings eine gezielte Verlaufsuntersuchung, fundierte organisatorische Planung und entsprechend motivierte/instruierte Angehörige bzw. Therapeuten voraus.
 

  • Wahnideen

Es ist falsch, mögliche Wahnideen ausreden zu wollen. Dies betrifft vor allem den Krankheitswahn ("Mein Leiden ist unheilbar"), den Verarmungswahn ("mittellos, Schulden, jetzt frisst die Krankheit noch das restliche Vermögen auf ...") oder einen Schuld- und Versündigungswahn ("ein schlechter Mensch, rechtswidrig gehandelt, verdient Strafe"). Nicht nur der schizophrene, auch der depressive Wahn ist mit logischen Argumenten oder Gegenbeweisen nicht zu korrigieren. Lässt man sich auf eine solche nutzlose Auseinandersetzung ein, läuft man nur Gefahr, das Wahnsystem zu vertiefen. Auch kann ein solches "Misstrauen" des Therapeuten das Vertrauensverhältnis gegenüber dem verunsicherten Patienten untergraben, da sich dieser unverstanden, lächerlich gemacht oder gar attackiert sieht

  • Entscheidungen

Es ist falsch, während einer Depression wichtige Entscheidungen treffen zu lassen, auch wenn sie vom Kranken oder seiner Umgebung noch so dringend gefordert bzw. von der jeweiligen Situation nahe gelegt werden. Häufig geht es um tief greifende und folgenschwere Entschlüsse (z. B. Ehe, Familie, Beruf, Erbe, Kauf oder Verkauf). Die Erfahrung lehrt aber, dass nach Abklingen der Depression die Mehrzahl der unter Umständen so unüberwindlich drohenden Probleme und Konflikte weitgehend bewältigt werden können, und zwar von einem gesunden Patienten mit seiner gewohnten Konzentrationsfähigkeit, Willens- und Entschlusskraft.

  • Beruf

Vor allem ist es in diesem Zusammenhang falsch, während einer Depression irgendeine berufliche Änderung zuzulassen, es sei denn, sie diene dem eindeutigen Vorteil des Betroffenen. Viele (insbesondere endogen) Depressive neigen auf Grund ihrer schmerzlich empfundenen Unfähigkeit und der scheinbar plötzlich erschwerten Lebenssituation dazu, die Schuld an ihrem derzeitigen Zustand einzig und allein bei sich selber zu suchen. Sie glauben, organisch krank zu sein, den Anforderungen ihres Berufes nicht mehr gerecht zu werden, dem Arbeitgeber und den Kollegen zur Last zu fallen und diesem Dilemma nur dadurch entgehen zu können, dass sie sich versetzen oder niedriger einstufen lassen, kündigen oder gar einen Rentenantrag stellen.

Hier ist die ruhige und konsequente Haltung des Arztes mindestens so wichtig wie eine erfolgreiche Psycho- und Pharmakotherapie.
Er muss sich schützend vor seinen Patienten stellen und dem Arbeitgeber oder Personalchef unzweideutig klar machen, dass es unredlich ist und am entschiedenen Widerstand des Therapeuten scheitern wird, eine solche Situation auszunutzen. Auch kann der Betrieb nach Abklingen des Leidens nicht nur wieder mit der vollen Arbeitsleistung, sondern auch mit der Dankbarkeit des Betroffenen rechnen, d. h. mit seiner gewohnten Zuverlässigkeit, Motivation und Einsatzfreude.

aus: Handbuch für Ärzte: http://www.ifap.de/bda-manuale/depressions/index.html
mit freundlicher Genehmigung zur Veröffentlichung von
Dr. Rainer Leonhardt, Produktmanager Medizinische Informationssysteme


AUFRUF "Balsam für die Seele" 2007
Schreib-, Grafik- und Fotowettbewerb der Redaktion Lichtblicke

1. Februar 2007 bis 28. September 2007
 
"Balsam für die Seele" ist das Motto für den ersten Schreib-, Grafik- und Fotowettbewerb der Redaktion Lichtblick. Das Thema erlaubt vielfältige Möglichkeiten der Interpretation. Ganz sicher gehört dazu unser aktives Dabeisein, Gutes und Hilfreiches in unseren Familien und Gemeinschaften mit zu fördern. Auch wenn unser Befinden und unsere Gesundheit von vielen Faktoren abhängen, können doch gerade gute zwischenmenschliche Kontakte einiges in Richtung "Balsam für die Seele" bewirken.
 
Balsam für die Seele kann auch ein bewältigter Konflikt oder eine gelungene Aktion sein, ebenso ein anregendes Gespräch, ein schöner Tanz, ein großartiges Konzert, ein tolles Sportfest, der Urlaub mit Hund und Familie, ein Regenbogen oder einfach das Innehalten. Kurz gesagt, ein kleines oder größeres Ereignis, das Sie begeistert, motiviert oder in wohltuendes Staunen versetzt hat.


Ziel unseres Wettbewerbes ist es, aufzuspüren, was alles "Balsam für die Seele" sein kann. Außerdem soll die Darstellung verschiedenartiger Möglichkeiten dazu beitragen, den Blick über den Tellerrand sowie den Erfahrungsaustausch zu erleichtern.
 
Mehr dazu:
http://www.lichtblick-newsletter.de/balsam_a.html
 
Die ersten Nominierungen stehen fest! Bilder, Gedichte, Texte - siehe hier:
http://www.lichtblick-newsletter.de/balsam_n.html

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Kinder von Betroffenen brauchen Ihre Hilfe!
Berlin (kobinet) In einem Berliner Modellprojekt werden Patenschaften für Kinder und Jugendliche psychisch erkrankter Eltern gesucht. Initiiert wurde das Projekt von Katja Beeck, Autorin von Broschüren, die über diese Problematik informieren. Auf ihrer Webseite www.netz-und-boden.de sind Kontaktadressen in Deutschland und der Schweiz veröffentlicht, wo Kinder und Jugendliche Ansprechpartner finden können.
In Berlin ist es der Verein «Ambulante Sozialpädagogik Charlottenburg» (AMSOC), der das Patenschaftsprojekt am 1. März 2005 begonnen hat und nun Paten sucht, die erkrankte Eltern nicht ersetzen, sondern unterstützen und entlasten sollen.
Wichtig ist dabei, dass der Pate oder die Patin regelmäßig, in guten und in schlechten Zeiten, als Ansprechpartner für das Kind oder die Kinder da sind. Optimal wäre es, wenn das belastete und selbst gefährdete Kind in akuten Krisenzeiten bei der Patenfamilie wohnen könnte.
Bitte lesen Sie hierzu auch die Seite Links für betroffene Kinder, wo die umfangreiche Webseite von Katja Beeck näher vorgestellt wird, sowie auch auf betroffene Kinder und Jugendliche eingegangen wird.
Ganzer Text     
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Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
Dipl.Pol. Justin Westhoff 19.08.2005 14:36
Berliner Bündnis gegen Depressionen vorgestellt - Depressionen - unerkannt, unterschätzt, falsch behandelt ...
In Deutschland einmalig: Einer der Schwerpunkte ist ist die gezielte Ansprache und die Verbesserung der Versorgung von Migranten

Depressionen werden in der Öffentlichkeit unterschätzt und fehl interpretiert. zum Beispiel denken Viele, eine Depression sei kaum behandelbar. Leider werden Menschen mit Depression auch im Medizinbetrieb oft nicht richtig wahrgenommen und unzureichend behandelt. Dies ist nicht nur im Sinne der Kranken und ihrer Angehörigen nicht hinnehmbar, sondern bedeutet auch einen enormen volkswirtschaftlichen Schaden. 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung leiden im Laufe ihres Lebens an einer behandlungsbedürftigen Depression. Und etwa 15 Prozent der Menschen mit schweren Depressionen nehmen sich das Leben, meist, weil ihnen nicht ausreichend und rechtzeitig geholfen wurde. Viele erkennen selbst nicht, dass sie unter einer Depression leiden, sondern glauben, dass sie körperlich erkrankt seien. Andere trauen sich aus Scham oder Angst vor Ausgrenzung (Stigmatisierung) nicht, Hilfsangebote wahrzunehmen. Die Erkrankung kann Jeden treffen, unabhängig von Alter, Beruf, sozialem Status sowie ethnischer Zugehörigkeit.
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