Kreatives in Wort und Bild von Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern unserer Selbsthilfegruppen "Angst und Depressionen" und "Einsam und Depressiv"

Zu den Beiträgen von:

Sandy

Anja

Conny

Daniela

Elke

Brigitte

Marisa

neu

Helga

neu

 

 

Sandy: Feuer

 

Der kleine grüne Frosch

 

Es war einmal ein kleiner grüner Frosch. Er lebte an einem kleinen, liebevoll hergerichteten Teich in einem riesengroßen Garten. Tag ein Tag aus spielte er mit seinen Freunden. Sie machten an Land Weitsprungwettbewerbe und kämpften um Platz 1, wenn es darum ging, wer die längste und schnellste Zunge beim Fliegenfangen hat. Auf dem Wasser spielten sie Fangen mit verbundenen Augen auf den Seerosen. Wer ins Wasser fiel, hatte natürlich verloren.

Doch jeden Tag kam der kleine grüne Frosch ganz traurig und triefnaß nach Hause und warf sich bitterlich weinend in die Arme seiner Mami. "Ach, Mami, Mami; immer wieder bin ich der Verlierer und alle meine Froschfreunde lachen schon über mich! Ich bin nicht nur langsam, habe die kleinste Zunge und bin der Schwächste im Weitsprung, nein, zu allem kommt auch noch hinzu, daß ich mir immer noch nicht merken kann, wo die Seerosenblätter sind und springe immer wieder daneben! Ich kann aber auch nichts richtig machen!" Dem kleinen, traurigen Frosch lief eine dicke Kullerträne über die Wange.

Seine Mami wischte sie ihm liebevoll aus dem Gesicht und nahm ihn ganz fest in den Arm: "Ach, Söhnchen! Sei nicht traurig! Du bist noch so klein und jung und hast noch so viel zu erleben und zu lernen. Aber ich sage dir, dass auch du etwas kannst, was richtig, gut und besser ist. Denn jeder Frosch wird mit einer wundervolle Gabe geboren. Du hast sie nur noch nicht an dir entdeckt! Doch es wird die Zeit kommen, in der niemand mehr über dich lachen wird!" Die Froschmami drückte dem verwundert guckenden Fröschchen ein Küsschen auf die Wange und streichelte über seinen Kopf.

Er wußte zwar nicht genau, was seine Mami meinte, aber irgendwie ging es ihm besser. Er ging nach dem Abendbrot beruhigt ins Bett und freute sich auf den nächsten Tag, denn er wollte sich auf die Suche nach seiner Gabe machen! Aufgeregt erwachte er am nächsten Morgen und ging direkt nach dem Frühstück los. Als er am Teich vorbei kam, riefen ihm seine Froschfreunde zu: "Hey, Kleiner, Lust mit uns zu spielen? Wir brauchen noch einen Verlierer! Hahaha!" Und alle lachten wieder über ihn. Doch der kleine grüne Frosch dachte an das, was ihm seine Mami gesagt hatte und ließ sich nicht beirren:" Ihr werdet schon sehen: Wer zuletzt lacht, lacht am besten!" Und so ließ er sie alle verblüfft links liegen und ging weiter.

Nach kurzer Zeit kam er an einem Haus an. Eine riesige Menschenmasse lief unruhig vor dem Haus herum. Und dann sah der kleine grüne Frosch, dass das Haus lichterloh brannte. Er hüpfte vorsichtig zwischen die Menschenfüße, die wild durcheinander rannten. Da sah er sie: die Feuerwehrmänner mit ihren langen Schläuchen und den gelben Helmen! Sie standen ganz dicht am Haus und richteten den großen Wasserstrahl direkt in das Feuer. Es dauerte nicht lange und die Flammen erloschen. Da hörte der kleine grüne Frosch, wie ein Mensch zu einem anderen sagte: "Mann, die haben eine sehr schwere Aufgabe zu erfüllen! Zum Feuerwehrmann muß man geboren sein!" Und alle Menschen fingen an zu klatschen und bejubelten die Feuerwehrmänner!

In diesem Moment ging dem kleinen grünen Frosch ein Licht auf: "Ich will Feuerwehrmann werden! - Nein, ich bin ein Feuerwehrmann!" Und so ging er glücklich vor sich hin pfeifend wieder nach Hause und berichtete seiner Mami, dass er seine Gabe gefunden hatte. Seine Mami klopfte ihm sanft auf die Schulter und nickte ihm zustimmend zu.

Und wie der Zufall es wollte, rief plötzlich jemand von draußen:" Feuer, Feuer, es brennt......was sollen wir jetzt tun....?" Der kleine grüne Frosch rannte rasch nach draußen und sah, wie das Haus der Nachbarn brannte. Ein Mensch hatte eine brennende Zigarette auf das kleine Froschhäuschen geworfen. Doch der kleine grüne Frosch wußte sofort als einziger, was zu tun war. Schnell pflückte er sich eine Butterblume und setzte sie sich auf den Kopf. So hatte er schon mal einen Feuerwehrmannhelm. Danach rannte er zum Teich, knickte ein Bambusrohr ab und zog so viel Wasser in das Rohr, bis es voll war. Er machte das, wie wenn er Teichgrütze durch einen Strohhalm zieht. Er drehte sich um, spurtete zu dem brennenden Haus und prustete das ganze Wasser in die Flammen. Das Feuer erlosch sofort! Und die gesamte Froschgemeinde applaudierte und jubelte dem kleinen grünen Frosch zu. Einige Frösche nahmen ihn auf die Schultern, trugen ihn durch die Reihen und seine Freunde schüttelten ihm stolz die Hände.

Und wenn der kleine grüne Frosch nicht gestorben ist, dann löscht er heute noch Feuer und es wird nie wieder jemand über ihn lachen!

Sandy

Sandy: Blicke


 

     Y

 

Vor langer Zeit
 

Vor langer Zeit hab ich geglaubt, da kommt nichts mehr
und jeder Schritt so unsagbar schwer
Vor langer Zeit da war mein Lachen nicht mehr da

und alles Schöne für immer vergessen war

Vor langer Zeit ein schwarzes Loch mich verschlingen wollte

und kein Gedanke, warum dagegen kämpfen ich sollte
Vor langer Zeit beherrschte die Angst mein Leben

und keiner konnte mir Hoffnung geben

Doch dann auf einmal ist etwas geschehen,

was alles aufs neue ließ entstehen
Mein Lachen - zurück wie ein alter Freund

und ich habe nicht mehr so viel geweint

Ich konnt all das Schöne wieder erkennen

wunderschöne Dinge beim Namen benennen
Das schwarze Loch - es löste sich auf.

Das Leben nahm wieder seinen Lauf.

Die Zukunft - sie erscheint wieder offen und klar,

als wenn nie was andres gewesen war.

Erkenntnis für mich, denn die dunkle Zeit,

das schwarze Loch, meine Einsamkeit,

war wichtig für mich, für mein weiteres Leben

sie sollte mir "mich selbst" zurückgeben.

 

 

November

 

Novembermorgen -
so kalt, so grau, so dunkel
Nächte, die nicht enden wollen -
Tage, die nicht beginnen
 
Woken -
ein Schleier, eine Wand, undurchdringlich
der Himmel scheint uns immer näher zu kommen
oder ist er in der Wolkenwand verschwunden?
 
Bäume -
die letzten Blätter fallen zur Erde
bunte Farben, das letzte Aufbäumen gegen das Grau
kahl bleiben die Bäume zurück - wartend...
 
Stürme -
ein Raunen, ein Heulen - ein mächtiger Chor
der uns in diesen Tagen begleitet
furchtsam, fröstelnd, zitternd - begegnen wir ihm
 
da - plötzlich - ein heller Schein
eine Kraft, die stärker ist, als die Dunkelheit
die Sonne - nur kurz lugt sie hervor
und es ist, als wenn sie uns zulachen würde
 
Novembermorgen -
wie schön es ist, im warmen Raum zu sein,
Das Grau von drinnen zu beobachten
eingehüllt in einer Decke, mit einem warmen Tee
 
Wolken -
eine Wand? Sie ziehen - ich schaue ihnen nach -
und beginne - zu träumen -
wohin mag die Reise gehen?
 
Bäume -
welch wundervolle Farben halten sie
für uns noch bereit
wie majestätisch sie auch jetzt noch aussehen
 
Stürme -
sie wehen die Blätter auf der Erde davon -
ein lustiges Gemisch aus bunten Farben
sie schieben die Wolken zur Seite
und heraus kommt -
 
die SONNE
die warm in unsere Herzen scheint - wenn wir sie dafür öffnen

 

 



 



 

     Y

Es ist nicht einmal Mitternacht ...

... und schon bin ich wieder aufgewacht.
Diese Träume, die Erinnerungen
sie lassen mich nicht in Ruhe.
Diese Träume, die Erinnerungen
sie lassen mich nicht in Ruhe.
Die Sehnsucht nach einem Neuanfang,
ist stark und verstärkt den inneren Drang.
Aber diese Träume, die Erinnerungen
sie lassen mich nicht in Ruhe.
Diese Träume, die Erinnerungen
sie lassen mich nicht in Ruhe.
Es geht mal auf und es geht mal ab,
und der Berg ist noch immer nicht geschafft.
Denn diese Träume und Erinnerungen
sie lassen mich nicht in Ruhe.
Diese Träume, die Erinnerungen
sie lassen mich nicht in Ruhe.
Man denkt, dass man diese Träume und Erinnerungen ruhen lassen sollte.
Aber -Nein- es ist so falsch,
denn so bleiben sie immer da.
Diese Träume, die Erinnerungen
sie lassen mich nicht in Ruhe.
Deshalb versuch sie zu verstehen,
sie zu akzeptieren.
Denn diese Träume und Erinnerungen kannst Du besiegen.
Denn diese Träume und Erinnerungen lassen Dich dann endlich in Ruhe.

 

     Y

Baby
(Skulptur nach einem antiken Gipsabguss)


 

Baumkerze
(Wachsguß)


 

    Y

Ein Lächeln

Lächle, wenn die Sonne scheint, wenn liebe Menschen Dich umgeben;
und auch. wenn alles in Dir weint - ein Lächeln gibt Dir neues Leben !
Ein Lächeln ist wie eine Tür, es macht die Seele weit -
es ist der Weg von Dir zu mir, es spricht von Menschlichkeit.
Verschenk Dein Lächeln immer neu, dies kleine quentchen Glück;
und schau, es ist wie Zauberei - es kommt zu Dir zurück !

Depression

Kennst Du das Zittern in den Beinen?
Die schwere Last auf dem Gemüt?
Doch Tränen kannst Du nicht mehr weinen,
weil alles sich zusammenzieht.
Du fühlst Dich müde und sehr schwach,
Dein Herzschlag hämmert ohne Ruh.
Du kannst nicht schlafen und liegst wach,
die Augen fallen Dir fast zu.
Kennst Du auch das Gefühl im Magen?
Er dreht sich um und Dir ist schlecht.
Das Essen willst Du Dir versagen,
denn es gibt nichts mehr, was Dir schmeckt.
Die Kälte steigt in Dir empor,
Du glaubst, der Tod sei nahe schon;
Du stellst Dir etwas Schönes vor -
doch es erscheint Dir nur als Hohn!
Kennst Du die Angst, die Dich befällt,
die Dich halb lähmt, halb unruhig macht?
Die alles, alles Dir vergällt -
Du sehnst Dich nach der dunklen Nacht.
Sie bringt Dir die Geborgenheit,
die Dir der Tag nicht geben kann -
und doch ist da die Einsamkeit,
dort, wo sie aufhört, fängt sie an.
Kennst Du die Träume dieser Zeit?
Du klammerst Dich ganz fest daran!
Die Hoffnung lehrt Dich Duldsamkeit,
weil es doch nicht so bleiben kann!
Es kommt die Stunde ohne Pein,
sie ist für Dich das höchste Glück!
Genieß' sie ganz für Dich allein -
der Fluch weicht langsam....,
Stück um Stück.

 

     Y

Hunger in Afrika
(Kohlezeichnung)

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