Literatur, die uns weiterhalf

Angelika Walk: "Ich sah in den Spiegel und erkannte mich nicht".  
Preis:  DM 12,90, Taschenbuch - 220 Seiten (1998)
Lübbe, Berg.-Gladb.; ISBN: 3404614186
Kurzbeschreibung:
Eine depressive Frau berichtet von ihrem Kampf gegen die Krankheit. Im Leben der 33jährigen Angelika herrscht Leere. Ganz allmählich versinkt sie in immer tiefere Depressionen. Es dauert lange, bis sie akzeptieren kann, daß Depression eine Krankheit ist. Trotz ihres Widerwillens läßt sie sich in eine psychosomatische Klinik einweisen - der erste Schritt auf dem langen, harten Weg zur Heilung.
(als "sehr empfehlenswert" eingestuft von Peggy)

 


Olaf Koob: "Die dunkle Nacht der Seele - Wege aus der Depression"
falter-Bibliothek im Verlag Freies Geistesleben, Band 18, € 13,50
Kurzbeschreibung:
Dieses Buch handelt von einer Krankheit, der Depression, aber auch von ihren "kleinen Schwestern" wie Angst vor der Zukunft, Mißgunst, Neid, Apathie, Unzufriedenheit und innere Lähmung. Die Depression ist einer der weitestverbreiteten seelischen Krankheitszustände. Sie ist keine der so genannten "Geisteskrankheiten" wie etwa die Schizophrenie oder bestimmte Formen des Wahns, sondern eine schwere Beeinträchtigung beziehungsweise Lähmung der Willenskräfte sowohl im Seelischen wie auch im Leiblichen. Man hat die Depression auch einmal als das "menschlichste unter den menschlichen Leiden" bezeichnet, weil niemand - sei er jung, alt, arm, reich, berühmt, fromm oder lasterhaft - vor ihr gefeit ist. Es gibt in der Geschichte kaum einen berühmten Maler, Philosophen, Dichter, Musiker oder Staatsmann, der nicht wenigstens zeitweise von einer kurzen oder längeren Episode der Schwermut befallen war. Doch kann die dem melancholischen Temperament sehr nahestehende Depression nicht bloß als Störung des Seelenlebens begriffen werden. Der Arzt Olaf Koob - der auch aus eigenen Erfahrungen mit der Depression spricht -versucht, die Depression als eine notwendige Durchgangsstufe zur Vertiefung des Seelenlebens in einer immer mehr ins Äußerliche drängenden Zeit zu verstehen.
Hier eine Textprobe (empfohlen von Ralf)


Depression
Flensburger Hefte Nr. 49, Flensburger Hefte Verlag, € 14,00
"Mit dem vorliegenden Flensburger Heft möchten wir Verständnishilfen für die Zeitkrankheit Depression geben, indem wir darstellen, [...] wie groß die Spannweite depressiver Verstimmungen sein kann, die zwar das Lebensgefühl beeinträchtigt, aber die Betroffenen kaum an der Erfüllung ihrer täglichen Pflichten hindert bis zu schweren, psychiatrisch relevanten Fällen, die aus eigenem Antrieb so gut wie keine Aktivität mehr entfalten können. Wir wollen Wege aufzeigen, wie man sich die Entstehung einer Depression erklären und wie betroffenen Menschen geholfen werden kann." (S.6) Interviewt werden Prof. Dr. Martin Hautzinger, Markus Treichler (leitender Arzt der Abteilung für psychosomatische Medizin in der Filderklinik), Prof. Dr. Klaus Dörner, Dr. Olaf Koob und Patientinnen. "Das Gefühl der Schwere ist das allgemeinste und durchgängigste Gefühl der Depression. Alles geht schwerer als vorher. Häufig beginnt die Depression morgens mit dem Unvermögen, aufstehen zu können." (Markus Treichler, S.41) "Es ist eine regelrechte Verirrung in unserer heutigen Zeit, [...] daß man körperlichen Schmerz problemlos annehmen kann und anderen entsprechende Hilfeleistungen gibt, seelischen Schmerz aber nicht verstehen will und vielleicht noch denkt, der seelisch Kranke bräuchte sich doch nur zusammenzureißen. Das ist ein richtiges Mißverständnis." (M. Treichler, S.87 f.) "Eine in ihrer Schwere erlebte Depression [hat] auch häufig einen aufrüttelnden Charakter, insofern fast immer in Verbindung der Depression die Sinnfrage erlebt und durchgemacht wird. [...]" (M. Treichler, S.93 f.)
Eine eindrückliche Zusammenstellung und Auseinandersetzung zum vielschichtigen Phänomen der Depression. Dieses Heft, das durch das Bild "Melancholie" von Edvard Munch auf dem Umschlag thematisch eingeleitet wird, richtet sich ganz auf das Prozessuale einer Depression. Zahlreiche konkrete Krankengeschichten führen uns mitten in die Problematik und Dramatik der Krankheit. Dr. med. Markus Treichler fügt ein Gespräch bei, das die außerordentlich weitreichende Domäne der Depression zu ordnen versucht; dann folgen zwei Gespräche mit Patientinnen. Der Arzt Klaus Dörner plädiert dafür, daß die Psychiatrie die Aufgabe hätte, sich in möglichst großem Umfang überflüssig zu machen. Abschließend zeigt Dr. med. Olaf Koob in einem Interview mit Klaus-Dieter Neumann, wie die Krankheit überhaupt mit der Evolution des Menschen aus der göttlichen Abhängigkeit zu einem freien Wesen zusammenhängt – das ist der kosmologische Aspekt –, während der individuelle Aspekt darin besteht, daß Krankheit als "übersteigerte, dislozierte, also am falschen Ort auftretende Gesundheit" verstanden werden muß. Eines lehrt Koob auf jeden Fall: Depressionen müssen ernst genommen werden. Sie sind Krisen, Durchgänge durch Tiefen, durch dunkle Nächte; sie bilden Schwellen, die durchlaufen werden müssen auf dem Wege zu neuen Wesens- und Lebensstufen. Viele Abbildungen begleiten und konkretisieren den flüssig geschriebenen Text. (empfohlen von Ralf)


Markus Treichler, Wenn die Seele Trauer trägt - Depressionen mitfühlen, erkennen, verstehen, behandeln - sich und anderen dabei helfen
Gesundheitspflege initiativ gemeinnützige Bildung GmbH, Reihe Krankheit und Gesundheit, Band 2, 1999, 96 Seiten, Klappenbroschur
ISBN 3-932161-24-6, € 10,50
Depressive Verstimmung gehören heute zu den häufigsten Erkrankungen; wer kennt sie nicht, aus dem eigenen Erleben oder von Angehörigen, Freunden, Bekannten. Woher kommen Depressionen - wie können wir sie erkennen und verstehen - welchen Sinn haben sie - und was können wir therapeutisch für uns und andere tun? » (...) insbesondere Angehörige werden profitieren von der offenen und ehrlichen Sprache (...) « INFO 3
Markus Treichler ist leitender Arzt der Abteilung für psychosomatische Medizin in der Filderklinik
(empfohlen von Ralf)


Romano Guardini, Vom Sinn der Schwermut
Taschenbuch - € 5,90
Vielfach anhand von Texten aus den Tagebüchern und anderen Werken Sören Kierkegaards beschreibt Guardini die destruktiven Kräfte, aber auch das Große, Kostbare, Hohe, das aus der Not der Schwermut aufsteigt.
(empfohlen von Ralf)


Carmen (Friedensfee)

"Mein Buch: 'Gib niemals auf !' ist meine ganz persönliche Lebensgeschichte und wie ich es geschafft habe, wieder an mich zu glauben." (PDF-Datei, 1,6 MB) - Carmen, Friedensfee, ist ehemaliges Mitglied unserer Selbsthilfegruppe und schenkte uns zum Abschied ihr Buch. Danke, Carmen !


 

Zwei kostenlose Broschüren:
Wenn die Seele Trauer trägt - Depressionen verstehen lernen und "Du verstehst mich ja doch nicht" - der depressive Patient und sein Umfeld
Zu bestellen bei: Aventis Pharma, Neurologie, Frau Anke Meyer, Königsteiner Str. 10, 65812 Bad Soden am Taunus
Telefon: 0 69 / 3 05-2 86 94 - Fax: 0 69 / 3 05-2 84 76